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Gift in der Plastikflasche

Die schädlichen Folgen auf den menschlichen Körper

Die chemische Verbindung BPA (Bisphenol A) ist nicht nur Bestandteil von Plastikflaschen, sondern auch vieler Becher und Getränkebehälter. Die Chemikalie wird Plastik und anderen Kunststoffen hinzugefügt um sie zu härten und so die Haltbarkeit zu erhöhen.

Nicht nur die Umweltbelastung durch die Produktion und Entsorgung von Plastikprodukten sollte zu denken geben. Das hormonähnliche BPA ist äußerst gesundheitsschädlich. Die seit März 2011 in Babyflaschen verbotene Chemikalie imitiert das weibliche Geschlechtshormon Östrogen und stört so das empfindliche hormonelle Gleichgewicht.

Es hat negativen Einfluss auf die Fortpflanzungsfähigkeit und schädigt das Erbgut. Des Weiteren können durch BPA blockierte Kalzium-Kanäle am Herzmuskel Herzkreislaufprobleme verursacht werden.

Besonders gefährdet sind Babys und Kleinkinder, bei denen der Abbau der giftigen Chemikalie nicht voll funktionsfähig ist. So kann es beispielsweise schon zu Ablagerungen in der Plazenta kommen, welche die körperliche Entwicklung hemmen und durch Beeinflussung des Zahnschmelzaufbaus Zahnverfall bewirken können. Das Bisphenol im Blutkreislauf der Mutter wird schon vor der Geburt des Kindes mit an das Ungeborene verteilt. Die Substanz hat negativen Einfluss auf die Immunentwicklung und unterstützt so die Bildung von Lebensmittel-Intoleranzen. Der Abbau läuft über Leber und Urin und kann bei größeren Mengen zu Leberschäden führen. Fettlösliche Substanzen wie BPA tendieren zudem noch in der Regel zur Einlagerung im Gewebe. Weitere beobachtete Effekte bei erhöhten BPA-Werten sind Diabetes, unkontrollierte Zellveränderungen, wie die Bildung von Tumoren. Bei Babys und Kleinkindern, die schon früh großen Mengen BPAs ausgesetzt sind, wurde häufiger auftretende Hyperaktivität, Fettleibigkeit und Untergewicht festgestellt. Auch das Wachstum von Neuronen und Nervenzellen wird durch den Einfluss von BPA auf das Gen KCC2 negativ beeinflusst.

Eine Studie der Harvard Universität im Jahr 2009 hatte zum Ergebnis, dass sich nach einwöchiger Benutzung von Polycarbonat-Flaschen zum Trinken, die Konzentration von Bisphenol A im Urin der Probanden um 65% erhöhte.

Um sich vor dem gesundheitsschädlichen Stoff zu schützen wird geraten Kunststoff und Plastik, das neben BPA oft auch noch die gefährlichen Stoffe PVC und Polystyrol enthält, zu vermeiden - insbesondere in Verbindung mit Lebensmitteln.

Wo es nicht anders möglich ist, sollte man längeren Kontakt von Kunststoff mit den Nahrungsmitteln vermeiden, da in dieser Zeit größere Menge der Chemikalie freigesetzt werden können. Außerdem sollte auf jeden Fall die Erhitzung mit Plastik verhindern. Kochendes Wasser erhöht die Freisetzungrate um das 55-fache. Schon bei in der Sonne oder im Auto liegenden Lebensmitteln und Getränken kann es zu hohen Mengen freigesetzten BPAs kommen. Säuren und Laugen begünstigen die Freisetzung zusätzlich.

Es ist besser Lebensmittel und Getränke in Behältnissen aus Glas, Edelstahl, Papiertüten und Beuteln aufzubewahren.